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Ärger, Zank und Streit hat es immer und überall gegeben - auch in Heiligenstadt. So war es auch einmal, dass die Bürger von Heiligenstadt sich den Groll der eichsfeldischen Ritterschaft zugezogen hatte. Manche Drohungen einzelner Ritter waren den Bürgern zwar zu Ohren gekommen, doch achtete man nicht darauf. Man verließ sich auf die Stärke der Stadtmauern und die eigene bewährte Kampfkraft. Die Feinde wollten aber endlich mit den wohlhabenden Bürgern abrechnen und hatten zahlreiches Fußvolk und eine große Reiterschar auf die Beine gebracht. Man beschloss, die Stadt zu überfallen. Eines Tages, um die Mittagsstunde, als die Bürger mit ihren Familien am Mittagstisch saßen, zog der Feind auf Schleichwegen heran. Doch der Wächter auf dem Altstädter Kirchturm hatte ein wachsames und scharfes Auge. Er bemerkte den Feind und gab mit seinem Horn den Alarmruf. Schnell walteten die Torwächter ihres Amtes und schlossen die Tore der Stadt. Doch der Wächter des eines Tores, welches es gewesen ist, ist nicht überliefert, konnte in der Aufregung den großen Holzriegel nicht finden. Er wusste sich jedoch zu helfen, denn sein Eheweib hatte tags zuvor die Möhren aus dem Feld geholt und in den Keller gebracht. Die dickste aber, ein wahres Pracht- Nun hatte der Wächter des besagten Tores eine stattliche Ziege.Da sie während der Belagerung Mangel an Futter gelitten hatte, zog sie immerfort an dem Strick, mit dem sie angebunden war. Es gelang ihr sich loszureißen. Bald entdeckte sie den Möhrenriegel und lüstern stellte sie sich auf die Hinterbeine und stillte ihren Hunger an dem begehrten Bissen. Ihr Hunger war so groß, dass sie nichts von der prächtigen Möhre übrig ließ. Kaum war sie damit fertig, als die Belagerer einen letzten Sturmangriff auf das Tor unternahmen. Sie drangen ein, und trotz heldenmütiger Gegenwehr der über- |